Geschichte des Ortes Kleinzerlang

Im Jahr 1751 entstand auf der Wüstung Luetcken Scharlack das Kolonistendorf Kleinzerlang. Schon im darauf folgenden Jahr wurde das neue Dorf mit 11 Familien gegründet.

Spaziert man heute aus Richtung Schleuse Wolfsbruch durch das Dorf, kann man die ursprüngliche Siedlungsstruktur noch gut erkennen.

Rechterhand nach dem neuen Feuerwehrhaus liegen die Bauerngehöfte bis zum Seeufer, links zwischen Friedenseiche und Kirche die Büdnerhäuser. (Büdnerhaus = Haus eines Tagelöhners).

Etwa 60 Jahre nach der Neubesiedlung errichteten sich die Kolonisten ein bescheidenes hölzernes Gotteshaus mit Lehmfachwerk, das nicht lange hielt. Die heutige Dorfkirche wurde am selben Platz nach nur zweijähriger Bauzeit 1896 mit ihren zwei Glocken im Turm geweiht.

 

In westlicher Richtung hat sich das Dorf bis heute durch den nie abgerissenen Zuzug von neuen Bürgern weiter verlängert. Es ist ein selbstbewusster, schmucker und gepflegter Ort geworden. Die lange Dorfstraße behielt ihr historisches Kopfsteinpflaster, um seitliche Fuß- und Radwege ergänzt. Auch die Lücken in den altehrwürdigen Alleebäumen wurde mit jungen Linden geschlossen. Natürlich haben sich die Menschen im Dorf gewandelt. Längst gehören der Dorfschmied, der Stellmacher, die Ziegelei- und Sägewerksarbeiter, die Kulturfrauen und die Harzer einer vergangenen Epoche an.

Nur das Bäckerhandwerk hat überlebt, seit seiner Gründung vor über hundert Jahren im selben Haus mir der Backstube über den Hof ansässig. Zur Zeit wird jedoch nicht mehr vor Ort gebacken. Das Geschäft hat die Bäckerei Läge aus Rheinsberg übernommen und liefert jeden Tag frische Waren nach Kleinzerlang.

 

Was macht den winzigen Ort für Gäste so attraktiv?

Kleinzerlang liegt auf einer Halbinsel, zu drei Vierteln umschlossen von natürlichen und künstlich angelegten Gewässern und dazu an einer bedeutenden >Wasserstraßenkreuzung<. Hier mitten auf dem Kleinen Pälitzsee befindet sich der fiktive Null-Kilometer für die Rheinsberg-Zechliner Gewässer in südwestliche Richtung. Nach Nordwesten geht es weiter mit der Müritz-Havel-Wasserstraße bis Hamburg oder zur Nordsee. Nach Osten gelangt der Wasserwanderer über die Obere-Havel-Wasserstraße bis Berlin/Potsdam oder zur Stettiner Bucht und nach Nordosten zu den Havelquellseen.

Außerhalb der Wasserstraßen führen die gekennzeichneten Wander-, Reit- und Radwege durch die einmalige Endmoränenlandschaft mit Mooren (Teufelsmoor), Sanderflächen (Pälitz-Canowsee-Rundweg) über die Heide (Rund um Prebelow) oder tiefen Kiefernwäldern mit Buchen- oder Douglasienbeständen. Nicht zuletzt die Lage im 680 Quadratkilometer großen Naturpark Stechlin-Ruppiner Land lädt geradezu ein, eins zu werden mit einer intakten Natur, dem Reiz der Seenkette und der Gemütlichkeit eines kleinen Dörfchens im nördlichsten Brandenburg.

 

Des Weiteren wurde im Jahre 2004 Kleinzerlang mit seinen 210 Einwohnern „Staatlich anerkannter Erholungsort".

(Auszüge aus einem Artikel der Zeitschrift Seenland 2006 von Barbara Pietzschmann)

Buchtipp: Siegfried Schwanz – Chronik Kleinzerlang 1752 – 2002 erschienen bei der Edition Rieger